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Bangkok, Thailand
Vorwort:
Wieder ging einige Zeit ins Land, aber es ist nicht aller Tage Abend, hier kommt wieder mein „langersehnter“ Artikel aus fernen Landen, aus der Gegend in der, der Pfeffer wächst.
Gerade habe ich einen der großen Käfer hier das Leben gerettet. Der steckte in seiner Doofheit den ganzen Tag im Gitter des Abflusses fest. In der Regel kommen die Viecher da aber durch, der aber nicht. Den Kopf herausziehen wollte er auch nicht. Also habe ich den Deckel abgeschraubt und ihm dann etwas Wasser auf die Nase geträufelt. Dann konnte er auch plötzlich rückwärts seinen Kopf herausziehen. Also, er wollte nur mit dem Kopf durch die Wand. Jetzt sitzt er im Bad und erholt sich. Vielleicht sollte das Ereignis auch uns Menschen zum nachdenken anregen. Es bringt nichts wen der Kopf durch die Wand passt, aber der hintere Teil zu dick ist. Der Käfer hat uns gerade gelehrt, das dann das Umkehren und einen anderen Weg suchen doch besser ist.
Aber eigentlich will ich ja wieder etwas aus Bangkok und dem Land außen drum herum – auch Thailand genannt, berichten.
Das was ich jetzt zu beschreiben versuche ist mit nichts aus unserer westlichen Welt zu vergleichen, es gibt hier wirklich bei jedem Haus ein zweites Haus, das Haus der Geister.
Das Geisterhäuschen
Dem Besucher Thailands werden bald vor jedem Haus, das auf hohen Pfählen stehende Geisterhäuschen auffallen. Als das Haus – der Menschen - gebaut wurde, wurde der Erdgeist Chao Thi von seinem angestammten Wohnsitz im Boden vertrieben, als Ersatz dafür bekommt er ein eigenes Haus gebaut, meist hat es die Größe eines Puppenhauses. Die Menschen glauben, daß jedes Stück Land von einem Geist bewohnt wird. Will man also auf einem Grundstück ein neues Haus bauen, so ist es erforderlich, dem aus dem Boden des Bauplatzes vertriebenen Erdgeist ein neues Domizil anzubieten, damit er nicht mit den Menschen zusammen in dem neuen Haus wohnen muß. In den meisten Fällen wird gleich daneben noch ein kleineres Häuschen für den Luftgeist Chao Phum gebaut. Bevor aber ein Geisterhäuschen aufgestellt wird muss zuerst ein Mönch einen günstigen Platz dafür herausfinden. Dabei gibt es natürlich ein paar Regeln. So darf der Schatten des neuen Hauses auf keinen Fall auf das neue Geisterhaus fallen. Wenn diese Regeln nicht beachtet werden, kann es sein, das die Geister nicht geneigt sind, ihr neues Zuhause zu beziehen, und das kann dann böse Folgen für die Hausbewohner haben.
Damit die Geister eine „gute“ Aussicht haben, bzw. die menschlichen Bewohner sie immer in Augenhöhe haben, stehen die Geisterhäuschen auf einer Säule aus Holz oder Beton, hoch genug um Respekt auszudrücken, aber auch niedrig genug das auch die Opfergaben überreicht werden können. Sind die Häuschen zu tief angebracht, werden die Geister beleidigt was wiederum nicht gut für das wohl der menschlichen Bewohner ist.
Selbst die Form der Häuser ist geregelt. Aber da kommt der praktische Thai wieder zum Vorschein, die Geister beschweren sich anscheinend nicht darüber, wenn alle Häuser gleich aussehen, also werden sie in Beton gegossen und im Baustoffhandel um die Ecke verkauft.
Auf der Plattform der Geisterhäuschen stehen kleine Ton- oder Holzfiguren wie Tänzerinnen, Elefanten oder Pferde. Oft sind diese Geisterhäuschen sogar eine regelrechte eingerichtet, um den Geistern das Wohnen angenehm zu machen. Einige Personen machen es täglich, aber in der Regel wird einmal in der Woche, und vor allem zu festlichen Gelegenheiten kleine Schälchen mit Essen und Trinken dazu gestellt, damit es den guten Geistern auch an nichts mangelt. Auch Coca-Cola oder ein Gläschen Mekhong wird wohl mal angeboten (mit Strohhalm bitte, damit der Geist auch trinken kann).
Manchmal - vor allem wenn sie direkt an der Straße stehen - sind die Häuschen auch mit bunten Lichterketten geschmückt, die bei Dunkelheit aufblinken. Für den Farang sehen sie oft wie bunte Vogelhäuschen aus. Auch vor Behörden, Banken, in Parks und sogar vor manchen Bars haben sie ihren festen Platz. Vor manchen großen Hotels oder Einkaufszentren hat man wahre Paläste für die Geister errichtet.
Wenn ein Geisterhäuschen vernachlässigt wird, so wird der Bewohner dafür sorgen, daß das auf dem Grundstück stehendes Haus in denselben Zustand gerät. Wenn er gar sein vernachlässigtes Häuschen verlässt, so kann dies großes Unglück über die Hausbewohner bringen. Diese Geisterhäuser sind übrigens keineswegs ein buddhistischer Brauch, wie die Farangs meistens denken. Sie sind brahmanischen Ursprungs und von den Thais vor vielen Jahrhunderten übernommen worden.
Geister sind eben immaterielle Wesen, die den guten Willen für die Tat nehmen, als Zeichen, daß an sie in respektvoller Form gedacht wird.
Dementsprechend wäre es auch eine Todsünde, die allerdings von unverständigen Farangs manchmal begangen wird, sich im Vorbeigehen eine frische Banane oder Orange von dem vor dem Geisterhäuschen stehendem Teller zu schnappen. Solch eine schwere Beleidigung der Geister kann böse Strafen, wie Unfälle oder Krankheiten nach sich ziehen, und zwar nicht nur für den Sünder, sondern auch für den Hausbesitzer, der nicht besser aufgepasst hat. Der Farang darf sich also nicht wundern, wenn in solch einem Falle die Thais unverhältnismäßig hart reagieren. Auf der anderen Seite habe ich auch gesehen, wie die Thais in der Frühe die Gaben den Geistern in deren Haus legen und am Nachmittag wieder abholen. So nach dem Motto, Du hast nicht aufgegessen? Dann gehört es mir.
Häufig sieht man solche Geisterhäuschen auch an unfallträchtigen Straßenstellen oder den Orten von Verbrechen, da hier nach dem Glauben der Menschen ein besonders böser Geist sein Unwesen treiben muß. Die Errichtung der Geisterhäuschen an solchen Stellen geschieht dann meist durch Personen, die ein Gelübde erfüllen.
Einige dieser Geisterhäuser haben mittlerweile auch besondere Bedeutung erlangt - so z.B. das Geisterhaus beim Erawan Hotel in Bangkok.
Beim Bau des Hotels gab es ungewöhnlich viele Unfälle. Nach Befragung der dafür zuständigen Experten, in erster Näherung Mönche, kam man zu dem Schluß, daß die Ortsgeister verstimmt seien, weil man auf dem Grundstück einige Bäume gefällt hatte, auf denen diese normalerweise geruht hatten. Um sie wieder zu besänftigen, war es also erforderlich, so schnell als möglich einen großräumigen Schrein für sie zu bauen, wonach die Arbeiten ohne weitere Probleme zu Ende gebracht werden. Der damals errichtete Brahma-Schrein, der ursprünglich aufgestellt wurde, um Unglück von der Baustelle fernzuhalten, wird heute aber wegen seiner vielen Wunder täglich von Tausenden von Menschen besucht, und ist zu einem regelrechten Wallfahrtsort geworden. Das Hotelmanagement mußte um den Schrein herum einen besonderen Tempelhof errichten, um Platz für die vielen Bittsteller zu schaffen. Die Besucher erhoffen sich Glück in den alltäglichen Dingen des Lebens, wenn sie hier ein Opfer darbringen. So werden an diesem Ort regelmäßig große Mengen Blumengebinde und kleine Holzelefanten niedergelegt, die laufend wieder beseitigt werden müssen, um der wahren Flut der Opfergaben Herr zu werden. Eine Truppe von einem Dutzend Tempeltänzerinnen in traditionellen Kostümen steht darüber hinaus für die bereit, die den hier wohnenden Geist durch eine dargebrachte Tanzdarbietung günstig stimmen wollen.
Der Erawan Schrein hat noch eine andere Berühmtheit erlangt. Man sagt ihm nach das derjenige der in seinem Blickfeld ein Los kauft auch gewinnen wird. Es muss wirklich einige Gewinner geben. Den fast immer nach einer Ziehung, wird ein kleines Fest gefeiert. Wer aber am meisten dabei verdienen wird, sind die Losverkäufer und die Blumengirlandenbinder.
Die Bewohner Thailands
Nach dem ich das letzte Mal wenig gute Haare an den Leuten gelassen habe, mal das ganze aus einer anderen Sicht und von einer anderen Person.
Thailand das Land des Rassismus und des Nationalismus
Oder kann sich jemand in Deutschland / Österreich oder wo immer auch eine Partei vorstellen welche sich Deutsche Lieben Deutsche nennt und dann auch noch Sieger bei der Wahl wird, (Oktober 2000) und bis jetzt (2006) das Land regiert?
Dass es Nationalismus und Rassismus in Thailand bis zur Reinkultur gibt, wird jeder Ausländer feststellen der länger hier ist als nur auf Urlaub.
Als Ausländer ist man immer benachteiligt, nicht dass das in anderen Ländern nicht so währe, nein nein nicht wirklich, nur hier ist es etwas anders das ist alles.
Aber versuchen wir mal den Unterschied zwischen Thailand und sagen wir Österreich oder Deutschland aufzuzeigen. Die Worte mögen die gleichen sein, die Bedeutung ist aber verschieden.
Rassismus, heißt die eigene Rasse ist Überlegen den anderen Rassen, und es besteht die Notwendigkeit sie rein zu erhalten. Daraus kann man auch die Berechtigung ableiteten, Menschen anderer Rassen zu unterdrücken oder gar zu eliminieren. Deutschland verlor sein Ansehen in der zivilisierten Welt durch diese Einstellung einiger Leute im letztem Jahrhundert. Der Begriff des Rassismus ist für Deutsche daher absolut negativ belastet.
In dieser Form existiert der Rassismus aber nicht nur im Nazideutschland, auch die großen Kolonialländer wie England, Spanien, Österreich rechtfertigten sich damit das sie besser sind als die Völker welche sie knechteten und ausbeuteten.
Der Thai hat mit diesem Begriff des Rassismus nichts am Hut, im Gegensatz zu vielen anderen südostasiatischen Völkern. Thailand ist aus zu vielen Völkern zusammengewürfelt um das ein Rassismus der oben beschriebenen Art bestehen könnte.
Die Könige in Thailand waren seit Jahrhunderten Herrscher über eine multi-ethnische Bevölkerung. Ein Drittel der Bevölkerung im Nordosten des Landes ist laotischer oder kambodschanischer Abstammung. Im Süden gibt es eine große malaiische Minderheit, und einige hunderttausende Menschen chinesischer Abstammung bestimmen heute fast das ganze Wirtschaftsleben des Landes. Von Unterdrückung oder gar von Benachteiligung dieser Menschen aus rassischen Gründen gibt es keine Spur. Wenn einige Bergstämme im Norden heute Repressionen ausgesetzt sind, dann steckt dahinter nicht ihre Einschätzung als fremdartige oder minderwertige Rasse, sondern die Tatsache, daß sie durch ihre Anwesenheit die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen dort behindern, und deswegen massiven Geschäftsinteressen im Wege sind. Thais sind also eine multi-ethnische und damit auch multi-kulturelle Gesellschaft. Thailand ist damit allerdings kein Schmelztiegel den die verschiedenen Völkerschaften siedeln mehr oder weniger in geschlossenen Gebieten, und bewahren so ihre kulturellen Eigenheit.
Es gab mal eine kurze Zeit in Thailand, in den späten 30er Jahren des letzten Jahrhunderts, da konnte nur ein Thai mit 100% Thai Vorfahren (keine Chinesen bitte) bei Bahn und Post angestellt werden. Da dann aber die Chinesen anfingen ihre Familienurkunden zu fälschen war das auch wieder bald vorüber.
Nationalismus hat für den Thai auch eine andere Bedeutung als in Europa. Die Thais haben in jahrhundertelangen Auseinandersetzungen mit den Nachbarvölkern ihre Unabhängigkeit errungen, und sich im 19 Jahrhundert gegen Versuche westlicher Kolonialmächte verteidigen müssen, welche Thailand zu kolonialisieren versuchten wie alle umliegenden Nachbarländer auch. Daß dies gelungen ist, trotz äußerst starken Druckes und Zeitweiser Besetzung Ayuthayas und Bangkoks durch französische Truppen, hat aber ein tief sitzendes Mißtrauen gegen alle Fremden, vom Weltwährungsfond bis zum Farang-Touristen zur Folge, das den Farangs oft als eine Form von Xenophobie oder gar Nationalismus erscheinen mag. Einem Thai wurde es nie in den Sinn kommen, sein Land in einer Völkergemeinschaft aufgehen zu lassen, wie es zurzeit in Europa geschieht.
Es war vor allem König Rama VI (1910-1925), der mit der politischen Ideologie des Nationalismus den Nationalstolz der Thai zu fördern versuchte. Die Verstärkung des Einheitsbewußtseins der Thai schien ihm ein geeignetes Mittel zu sein, die Souveränität des Landes zu sichern, sowie Anerkennung und Akzeptanz in der internationalen Gemeinschaft zu erleichtern. Der Stärkung des Nationalbewußtseins der Thais wird auch heute offiziell mit allen Mitteln gefördert. Das geht von der täglich mehrmaligen Präsenz des Königs als Nationalsymbol im Fernsehen, dem täglichen Abspielen der Nationalhymne im Fernsehen und Radio (nicht verschämt zum Programmende nach Mitternacht wie bei deutschen Sendern, sondern morgens um 8 und abends um 18 Uhr), bis zur täglichen Flaggenparade mit Absingen der Nationalhymne an allen Schulen.
Eine erst vor einigen Jahren gegründete Partei (im Jahr 2000) nennt sich "Thai Rak Thai", wörtlich übersetzt "Thais lieben Thais", und ist heute eine der stärksten politischen Kräfte in Thailand. Das ist auch die Partei welche seit 6.1.2001 auch die Partei welche den Premier Minister stellt.
Thais haben also einen ausgeprägten Nationalstolz, wenn es auch viele Dinge in Thailand gibt, die durchaus keinen Anlaß geben, darüber stolz zu sein, wie z. B. die Korruption, die Prostitution, die hohe Rate an Gewaltverbrechen und vor allem die desolate wirtschaftliche Situation des Landes. Thais sehen aber diese Probleme mit ihren Augen, und legen hier grundsätzlich nicht Farang - Maßstäbe an. Die Korruption war seit jeher in Thailand eher eine Institution als ein Übel. Man hält es für selbstverständlich, daß man einem Staatsdiener, der einem bei einer Angelegenheit behilflich ist, eine gewisse Summe dafür zahlt. Auch die Prostitution wird mit anderen Augen gesehen. Für Thais ist an der Prostitution solange nichts schlecht, solange sie Geld und damit finanzielle Kompensation für einen eventuellen Gesichtsverlust bringt. Und an der derzeitigen desolaten wirtschaftlichen Lage sind nicht die eigenen unfähigen Politiker, und die nur an ihrem kurzfristigen Profit interessierten Banker, sondern der Weltwährungsfond schuld, der seine Hilfe für das finanziell angeschlagene Land mit harten Auflagen verknüpft hat.
Thais leiten aus ihrem Nationalstolz zwar nicht die Berechtigung ab, die Angehörigen fremder Völker zu unterdrücken, wohl aber sie mit lächelndem Gesicht auszunehmen, was jeder Farang im Lande am eigenen Leibe täglich erleben kann.
Auch ich habe weitere Erfahrungen mit den Thailändern gemacht und diese Erfahrung soll das Thema von letztes mal nun fortsetzen.
Anscheinend gibt es drei, wenn nicht sogar mehr, Ebenen auf denen ein Thai einen Ausländer gegenübertritt. Ich spreche hier immer von Thais und meine damit auch die Thai Chinesen, den diese sind in dieser Beziehung nicht besser, sondern eher noch schlimmer.
Ebene I
Die erste Ebene, den Touristen wohl bekannt, den denen gilt diese Einstellung. Der Thai rückt den Ausländern dieser Gruppe überhöflich und freundlich zu Leibe. Das zu Leibe rücken ist meist auch wörtlich zu nehmen, zuminderst soweit es das gleiche Geschlecht ist, wird da richtig angefaßt und an der Hand genommen und festgehalten. Er sieht den Touristen als willkommene Geldquelle und er hat das gleiche Empfinden dafür, wie die meisten von uns für unsere Brieftasche. Da er seine eigene füllen will, wird er jeden Touristen über das Ohr hauen versuchen und dabei auch noch ein gutes Gewissen haben, denn er hat wieder einen „Farang“ – den sowie so keiner mag – für dumm verkauft.
Diese Haltung besteht leider bis hinauf in die höchsten Regierungskreise. Es ist daran zu erkennen, das die Weltbank und die restliche Welt daran schuld ist das Thailand 1997 einen wirtschaftlichen Zusammenbruch hatte. Denn hätte die Weltbank und die anderen Staaten, Thailand die erforderlichen 5 bis 8 Milliarden US$ ohne zu fragen gegeben, währe alles beim alten geblieben. Es hätten keine Banken Konkurs gemacht und die Zürich Versicherung hätte nicht für einen Baht die zweitgrößte thailändische Versicherung kaufen können. Man kann also sehen daß der Ausländer an allem die Schuld hat. Das der Thai Jahrzehnte lang Kredite an jeden gegeben hat, egal ob Sicherheiten da sind oder nicht, interessiert keinen Thai. Im Moment kämpfen die Banken immer noch mit über 37% ungedeckten und nicht eintreibbaren Krediten. Es waren bis vor kurzen noch über 50% aber der Staat hat da flugs einen Sonderfond eröffnet und diese Kredite teilweise als Bürge übernommen. Jetzt sieht zwar alles besser aus, aber besser ist es deshalb nicht, nur jetzt zahlt der Staat die Schulden.
Aber zurück zu den Thais und den Touristen, wenn man das vorhin geschriebene mit einbezieht, dann sieht man das die Einstellung dem normalen Ausländer nicht die beste ist. Also wird jeder Tourist als freilaufende Geldquelle angesehen und freundlich lächelnd über das Ohr gehauen. Wo bei das die Thais auch zugeben. Das über das Ohr hauen ist außerdem eine übliche Verhaltensweise hier. Denn, wenn ein Thai aus Bangkok in die Nachtbarprovinz fährt wird er dort genauso über das Ohr gehauen, wie er hier jeden Thai der nicht aus Bangkok ist, über das Ohr haut. Der unterschied ist nur der Betrag. Ein Thai bekommt den doppelten Preis genannt und bezahlt vielleicht 150%. Ein Farang bekommt vom Hause aus den 3 bis 4 fachen Preis genannt und bezahlt wenn er Glück hat nur den 2 bis 2 ½ fachen Preis. Wenn der Tourist nicht in extra kontrolliertes Geschäft geht besteht sogar die Gefahr, das er nur Tand bekommt. Das macht der Thai nicht mit anderen Thais, den können ihm ja belangen, das Tourist ist aber bald wieder weit weg und damit besteht diese Gefahr nicht. Die thailändischen Behörden kämpfen immer noch – oder in Abhängigkeit von der Bestechung, tun sie nur so – gegen Schmuckhändler, die den ahnungslosen Touristen Glas oder schlechte Steine und falsche Gold verkaufen.
Wenn man auf der Strasse den Thais in den Touristenvierteln in ihrer Sprache zuhört, ohne das sie wissen, das man sie versteht, dann kennen sie nur eines, sich über die Unverschämtheit der Touristen aufzuregen. Die, die Frechheit besitzen in ihr Land zu kommen, alles kaputt zu machen, gegen alle Tabus zu verstoßen und dann auch noch die verlangten Preise nicht zahlen wollen.
Ja, ja liebe Thais, böse ist die Welt...
Ebene II
Die zweite Ebene kann man nur bei längerem Aufenthalt im Lande und gemeinsamer Arbeit und Leben mit den Thais erreichen. Ich bin jetzt dabei langsam in die zweite Ebene zu gelangen. Gut Ding braucht eben Weile. In meinem engeren Umkreis wo ich wohne, da kennen mich die Geschäftsleute und die Straßenhändler schon, da zahle ich ohne nachzufragen, die normalen Thaipreise. Man bietet mir freiwillig um bis zu 60% Rabatt an. In anderen Gegenden will man mich immer noch über das Ohr hauen. Auf diesem Level hat man bereits Zugang zu Thais, man kann sich mit ihnen auf einer oberflächigen Art privat unterhalten. Aber man trifft sich nur an öffentlichen Plätzen, wie Büro, Restaurant oder so, niemals aber zu Hause oder mit deren Freunden. Das währe dann ja privat. Mit einigen Thais ist man dann auch schon per du, sprich das Khun fällt weg. Wobei das Du nur im Gespräch untereinander gilt, wenn man diese Person, im beisein nicht befreundeter Personen anspricht, dann wieder mit Sie.
Irgendwie hat man den Eindruck das man sich schämen muß, wenn man sich mit einem Ausländer abgibt. Aber das stimmt nicht ganz, die Thais sind untereinander auch nicht besser. Das Wort Ausländer kann man auch durch „Mensch nicht in meinem Umfeld“ ersetzen. Denn die Thais verhalten sich untereinander auch nicht anders.
Ebene III
Die Dritte Ebene, die persönliche Beziehung zu einer Gruppe von Thais oder einer - einem Thai ist wohl sehr schwer erreichbar. Vor allem, egal in welcher Ebene man sich schon oder noch befindet, die Thais sehen uns immer noch als ihre eigene Brieftasche an. Aber hat man diesen Punkt erreicht, dann ist es aber noch lange nicht klar ob die Thais zu uns Ausländer halten oder nicht. Ich selbst habe meine privaten Erfahrungen mit dieser Ebene gemacht, trauen ja aber nicht weiter als man sie 100% kontrollieren kann.
Dabei habe ich feststellen müssen, daß ich bis jetzt erst eine einzige Familie kennen gelernt habe, in der es anscheinend keine größeren kulturellen Probleme gibt. Wobei ich mir nicht einmal da ganz sicher bin. Richtig in die Tiefe wie bei uns, geht wahrscheinlich keine Beziehung richtig. Der Thai mag sich schon seinen eigenen Problemen nicht stellen, warum dann soll er sich mit fremden Problemen beschäftigen. Der Thai Chinese ist da anders, darum ist er auch die Person hier, welche die Geschäfte abwickelt.
Die meisten Beziehungen, die den ersten Liebesrausch und dem Prozeß des abzocken überstehen, sind Beziehungen zu Thai Chinesen. Diese sind meist von Haus aus besser gestellt und kommen aus besseren und reicheren Familien und vor allem haben sie auch eine bessere Ausbildung. In meinen Bekanntenkreis gibt es auch fast nur Beziehungen, welche länger bestehen, zwischen Ausländer und Thai Chinesen. Alle Leute die darüber befragt geben auch zu das sie früher mit einer Thai zusammen waren, aber das nicht gut gegangen sei. Die Gründe warum die Beziehung in die Brüche ging, sind am Ende alle in etwa die gleichen. In erster Nährung und brutal zusammengefaßt kann man sagen das: Entweder man ist der Versorger eines gesamten Dorfes und darauf läuft es nach einiger Zeit drauf hinaus oder man hat Streit mit der Partnerin. Selbst wenn sie sieht wie die finanziellen Verhältnisse stehen glaubt sie das nicht, dann sollen doch die Freunde oder Verwandten in Europa für das fehlende Geld aufkommen. Die Thai Chinesen sind da nur beschränkt besser, aber sie wollen den „Reichtum“ für sich alleine, somit sind sie nicht so „anspruchsvoll“.
Außerdem sind die Thai Chinesen sehr wohl in der Lage mit persönlichen und fremden Problemen umzugehen, daher werden Beziehungen wesentlich stabiler und länger halten als die reinen Thai Beziehungen. Eine Thai wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ihren „geliebten“ Partner verlassen, wenn er weniger Verdient als früher oder gar arbeitslos wird. Eine Thai Chinesin packt dann selber an und wird aktiv um den alten Lebensstandard zu halten.
Um es kurz zusammen zu fassen, früher habe ich mich immer gewundert, warum alle Ausländer in einer Gruppe beisammen sind, obwohl sie teilweise seit langem hier im Lande leben. Heute ist mir das schon klarer. Wenn ich mich persönlich unterhalten will, dann kann ich das meist nicht mit meiner Frau machen, sondern muß andere Freunde dafür haben, meist sind das dann halt auch Ausländer.
Nachwort
Damit das ganze nicht zu lange wird, möchte ich es hier vorerst einmal abschließen. Wie alle erahnen können, es gibt eine Fortsetzung.
Ich habe hier in diesem Artikel versucht etwas Licht hinter das verhalten der Thais zu bringen. Das nächste mal werde ich mich wieder mit der Stadt beschäftigen, großes Indianer Ehrenwort.
Ich hoffe es war trotzdem unterhaltend und hat Spaß gemacht.
CatManTH
Autor: Gilbert
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